steg Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg mbH / NRW

Passivhaus Paul-Roosen-Straße 13, Hamburg St. Pauli Nord

Rückbau einer typischen Bebauung aus dem 19. Jahrhundert und richtungsweisende Baulückenschließung mit einem Passivhaus.

Auf dem Flurstück befand sich eine für St. Pauli typische Bebauung mit Vorderhaus und Hofbebauung, die ursprünglich erhalten bleiben sollte. Die Substanz erwies sich jedoch anhand vielfältiger Gebäude- und Baugrunduntersuchungen als so schlecht, dass die Instandsetzungskosten die Neubaukosten bei weitem überstiegen.

Der Neubau wurde richtungsweisend als Passivhaus, das erste im öffentlich geförderten Wohnungsbau in Hamburg, errichtet. Der Entwurf hat beim Passivhauswettbewerb der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt den 1. Preis erzielt.

Die Paul-Roosen-Straße ist in den Erdgeschosszonen durch Gewerbe und in den Obergeschossen durch Wohnen geprägt. Die ehemalige Stadtgrenze von Hamburg verläuft direkt östlich des Baublocks, das Flurstück gehörte stadtgeschichtlich zum Bezirk Altona. Städtebaulich nimmt der Neubau den Versatz der benachbarten Gebäudefluchten durch eine Verschränkung von zwei Gebäudeteilen auf. Daraus leitet sich eine vertikale Drei-Teilung ab, die sich in den Höhen maßstäblich an die angrenzende Bebauung anpasst. In der Mittelachse ist straßenseitig an der Nordseite des Gebäudes eine gläserne Pufferzone angeordnet, die die öffentliche Zugängigkeit der Gewerbeeinheiten sowie die private Erschließung der Wohneinheiten sicherstellt. Energetisch wird diese Pufferzone als Außenraum betrachtet. Die übrigen Teile der Nordfassade sind, bis auf die notwendigen Belichtungsöffnungen, aus energetischen Gründen weitgehend geschlossen. Nach Süden hin öffnet sich das Gebäude über Glasfassaden mit vorgestellten Balkonanlagen.

Im Kellergeschoss befinden sich eine Tiefgarage mit neun Stellplätzen, Abstellräume, Fahrrad- und Kinderwagenabstellflächen, Müllraum, Trockenraum sowie die gesamte Haustechnik.

In der Erdgeschosszone sind zwei frei finanzierte Gewerbeeinheiten errichtet worden, die über ein offenes Foyer und die Pufferzone erschlossen werden. Die Hofflächen auf der Südseite sind für die Gewerbetreibenden direkt zugängig.

Die Obergeschosse sind als Drei-Spänner mit einem Zugang jeweils über Laubengänge in der Pufferzone erschlossen. Vom 1. bis 3. Obergeschoss sind neun öffentlich geförderte 3- bzw. 2-Zimmerwohnungen, im Staffelgeschoss eine frei finanzierte Wohnung mit Dachterrasse entstanden.


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