steg Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg mbH / NRW

Hein-Hoyer-Straße 45–47, Hamburg St. Pauli Nord

Das zwischen 1839 und 1845 als sogenanntes Sahlhaus mit Kellergeschoss, drei Obergeschossen und Satteldach errichtete Backsteingebäude ist instand gesetzt, modernisiert und aufgestockt worden.

Während des 2. Weltkrieges wurde das Gebäude bis zum 1. Obergeschoss zerstört, im 2. Obergeschoss blieb nur die Vorderfassade bestehen, die Räume brannten völlig aus. Das Gebäude wurde ca. 1943 durch ein Notdach aus Wellblech provisorisch geschützt. Zu einem späteren Zeitpunkt (vermutlich um 1950) wurde die Wellblechabdeckung über dem 2. Obergeschoss durch ein Pultdach mit Welleternitplatten ersetzt. Dieser Zustand hatte bis zum Beginn der Modernisierungsmaßnahme keine wesentliche Veränderung mehr erfahren. Im Erdgeschoss befanden sich zwei Gewerbeeinheiten, im 1. Obergeschoss vier sehr kleine Wohnungen, die dem heutigen Wohnstandard nicht mehr entsprachen. Das 2. Obergeschoss wurde aufgrund der Dachform nur eingeschränkt als Abstellfläche genutzt.

Seit der Bestandsaufnahme im Jahre 2008 wurden unterschiedliche Entwürfe zum Umgang mit der historischen Bausubstanz anhand einer Machbarkeitsstudie mit Modellen und Visualisierungen intensiv diskutiert. In enger Absprache mit dem Denkmalschutzamt und Rückkopplung mit den zuständigen Behörden ist daraus ein Entwurf entstanden, der sowohl die anschaulichen Merkmale einer Vorstadtbebauung der damaligen Zeit erhält und sich gleichzeitig der städtebaulichen Situation, geprägt durch 5-geschossige Nachbarbebauungen, anpasst. Straßenseitig hat das Gebäude in Anlehnung an das ehemals vorhandene Satteldach ein Steildach erhalten, unter dem zusätzlich zwei neue Vollgeschosse entstanden sind. Die typische Sahlhauserschließung wurde bewahrt. Auch die vorhandenen Treppenhäuser haben ihre Funktion zur Erschießung der ursprünglichen Obergeschosse erhalten, jedoch jetzt nur noch separat für zwei Maisonettewohnungen. An der Hoffassade des Gebäudes ist ein weiteres Treppenhaus errichtet worden, das die neuen Geschosse sowie jeweils eine Wohnung im 1. und im 2. Obergeschoss erschließt. Der Zugang zum Treppenhaus ist anstelle eines früheren Kellerzugangs in die alte Fassadenansicht integriert worden. Das charakteristische Erscheinungsbild eines Sahlhauses ist somit erhalten worden und dokumentiert die Entstehungszeit des Gebäudes.

Im Erdgeschoss sind weiterhin zwei gewerbliche Nutzungen vorhnden. Neben den beiden Maisonettewohnungen entstanden vier Zweizimmer- und zwei Dreizimmerwohnungen. Alle Wohnungen haben rückseitig erstmalig Balkone erhalten. Die Modernisierung/Instandsetzung sowie die Aufstockung werden im Programm D der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt gefördert. Die Baumaßnahmen umfassten neben der Aufstockung u.a. die Instandsetzung der historischen Backsteinfassade, Dämmung der Rückfassade, Erneuerung aller haustechnischen Installationen, Einbau neuer Fenster sowie die generelle Instandsetzung und Ertüchtigung der Gebäudekonstruktion. Der schwierige Baugrund macht eine umfangreiche Ertüchtigung der Fundamente notwendig. Während der Baumaßnahme sind in den Bestandsdecken zahlreiche stark geschädigte Deckenbalken zum Vorschein gekommen, die umfangreich saniert und teilweise in vollständiger Länge getauscht werden mussten. Ursache der Schädigungen waren massive Einwirkungen wie vermutlich Bombeneinschläge und herabstürzendes Mauerwerk.


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